Wie möchtet ihr Leben? Wohnraum wird immer teurer...
- Astrid Baade
- vor 11 Stunden
- 1 Min. Lesezeit
auf Baustellen habe ich immer öfter den Gedanken: Brauchen wir wirklich immer mehr davon?
Als Bauingenieurin bin ich viel im Bestand unterwegs. Und oft denke ich mir: Dieses Gebäude könnte eigentlich noch so viel mehr.
Ein zusätzliches Geschoss hier, eine Umnutzung dort, ein paar klug gesetzte Module – und plötzlich entsteht Raum, ohne dass wir neu versiegeln müssen.
Trotzdem drehen sich viele Gespräche nach wie vor um Neubau. Mehr Fläche, mehr Tempo, mehr Dichte.
Vielleicht sollten wir öfter fragen: Wie viel Raum brauchen wir wirklich – und wie gut nutzen wir ihn?
Ich überlege immer wieder, wie viel Potenzial in flexiblen Lösungen stecken kann…Grundrisse, die sich anpassen, wenn sich das Leben verändert. Wohnkonzepte, die gemeinschaftliches Wohnen umsetzen können ohne die individuellen Lebensweisen einzuschränken und Gebäude, die mitwachsen, statt irgendwann „nicht mehr zu passen“.
Mehr Flexibilität als starre Konstrukte. Mehr Leichtigkeit, statt nur steifer Beton.
Und dann ist da noch diese spannende Mischung aus alt und neu: Natürliche Baustoffe wie Holz, Lehm oder Stroh, die sich ehrlich gesagt ziemlich gut anfühlen (nicht nur fürs Gewissen). Für unseren Urlaub wählen wir oft einen liebevoll sanierten Hof, eine Finca aus Naturstein etc und in unserem Alltag leben wir dauerhaft in Betonklötzen.
Und selbstverständlich können auch natürliche Baukonzepte mit moderner Technik wie Photovoltaik, intelligenter Steuerung oder Regenwassernutzung kombiniert werden.
Am Ende entstehen so Gebäude, die nicht nur funktionieren, sondern mitdenken. Und die vielleicht ein kleines bisschen unabhängiger sind, als wir es bisher gewohnt sind.
Vielleicht brauchen wir also gar nicht immer mehr Quadratmeter. Sondern bessere Ideen pro Quadratmeter.
Und ein bisschen mehr Mut, das Vorhandene weiterzudenken.
Wie seht ihr das? Wo begegnet euch ungenutzter Raum im Alltag?




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